Meinung : BSE: Viel reden, wenig tun

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Im Sommer nächsten Jahres wird das europäische Tiermehlverbot auslaufen. Dann wird sich der deutsche Landwirtschaftsminister Funke hinstellen und Tiermehl in Deutschland wieder zulassen. Muss, wird es heißen, denn EU-Recht geht vor nationalem Recht. Ein Lamento wird ertönen, aber es nützt nichts. Tiermehl kommt in Deutschland wieder in den Trog. Tiermehlbefürworter Funke konnte am Montag ruhigen Gewissens gegen das befristete Verbot auf EU-Ebene stimmen. So steht er in Deutschland bei Verbraucherkanzler Schröder gut da und bekommt am Ende doch, was alle EU-Agrarminister wollen: Tiermehl im Futter. Sie haben das Kadavermehl ja nicht verboten, weil sie davon überzeugt sind, dass es per se schlecht ist, sondern damit die EUStaaten in den kommenden sechs Monaten prüfen können, wie das Tiermehl mit Sicherheit aus dem pflanzlichen Rinderfutter gehalten werden kann. Sie werden einen Weg finden, Sicherheit zu suggerieren. Sie haben immer einen Weg gefunden, die Interessen ihrer Klientel in der Agrarpolitik umzusetzen. Sie haben es ja auch geschafft, rund 1,3 Milliarden Euro lockerzumachen, mit denen die EU den kollabierenden privaten Rindfleischmarkt stützt. Der Wahnsinn liegt nur auf Halde. Bis zum Sommer.

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