Bundeswehr : Unterm Helm

Verteidigungsminister zu zu Guttenberg hat sich ein großes Projekt vorgenommen: den Totalumbau der Streitkräfte. Doch vor den Umbau hat die Demokratie die Debatte gestellt, und die will noch geführt werden.

Stephan-Andreas-Casdorff

Er wär wohl gerne der deutsche Robert McNamara. The Best and the Brightest, die wollte weiland John F. Kennedy um sich haben, und die ganze Attitüde des deutschen Verteidigungsministers erinnert augenfällig an den berühmten US-Kollegen. Dazu passt auch, dass sich KT zu Guttenberg gleich das größte Projekt vornimmt: den Totalumbau der Streitkräfte, und zwar zur Kriegsarmee. Das hat was. Mehr geht nicht. Danach werden Kasernen (die paar, die es dann noch gibt) nach ihm benannt werden. Plätze auch, weil er doch Kanzler … Aber halt, das kommt später. Vor den Umbau hat die Demokratie allerdings die Debatte gestellt, und die will noch geführt werden. Denn: Ruhende Wehrpflicht heißt Abschied von der Wehrpflicht; heißt Abschied von der Armee, wie wir sie kennen, mit Staatsbürgern in Uniform und anderen Abiturienten. Kämpfer, an unser aller Stelle, das werden sie sein; unsere „Macht mal“, weltweit. Das kann man machen, logisch, andere Staaten machen es ja auch, viele sogar. Bloß hat das nichts mit der besten deutschen Tradition, die wir je hatten, zu tun: der militärischen Zurückhaltung. Und billig wird’s auch nicht.

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