Meinung : CDU Berlin: Doppelt hält besser

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Nur im Neuen liegt die Chance. Der Berliner CDU bleibt auch nichts anders übrig. Das zu späte Ende der Ära Eberhard Diepgen hat den Neuanfang verzögert; jetzt ist er umso heftiger ausgebrochen. Die Union hat im vergangenen Jahr nahezu alles falsch gemacht. Sie hat die Gravitation des ihr angelasteten Bankenskandals verdrängt, sie hatte mit Frank Steffel einen überforderten Kandidaten, und sie hat nicht thematisiert, dass die Stadt und ihre Milieus inzwischen ganz anders aussehen, als es Diepgen und Landowsky wahr haben wollten. Wer die Stadt wiedergewinnen möchte, muss neue Antworten geben. Das weiß Fraktionschef Steffel, der zu lange Rücksicht auf seine Förderer genommen hat. Schluss mit der geschlossenen Gesellschaft der Union, heißt seine richtige Losung. Sein Verzicht auf eine Kandidatur für den Landesvorsitz ist klug, er ermöglicht eine Aufgabenteilung. Steffel führt die Fraktion als derzeit einzig funktionierendes Kraftzentrum, der von Steffel geförderte Christoph Stölzl kann als CDU-Chef mit intellektueller Kraft der ausgebluteten Partei neue Sympathisanten zuführen. Berlin braucht eine starke Opposition gegen den rot-roten Senat. Zwei Personen mit ergänzenden Fähigkeiten an der Spitze - das war vor 20 Jahren schon einmal erfolgreich: Damals hieß das Duo Richard von Weizsäcker und Eberhard Diepgen.

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