Meinung : CDU-Führungsstreit: Von Lothar Späth lernen...

apz

Nach dem missglückten Putsch gegen Helmut Kohl auf dem Bremer CDU-Parteitag 1989 fügte sich die Partei dem Diktum des Mannes an der Spitze fast bis in den eigenen Untergang. In der kurzen Phase, in der Wolfgang Schäuble ab 1998 Partei und Fraktion führte, bot die Union ebenfalls ein Bild der Geschlossenheit. Nach Schäubles Rücktritt von allen Ämtern vor einem Jahr stand die CDU zunächst solidarisch hinter Angela Merkel. Nun aber ist die Schamfrist vorbei, der Kampf um die Führungsposition unübersehbar ausgebrochen. Dass die frühzeitige Debatte um den Kanzlerkandidaten die Autorität der Parteivorsitzenden beschädigt und das Ansehen der Union in der Öffentlichkeit ruiniert, scheint Merkels Konkurrenten wenig zu stören. Erwin Teufels Rundumschlag gegen die zerstrittene Führung der eigenen Partei vergrößert das Chaos nur auf den ersten Blick. In Wahrheit ist seine Attacke ein Akt des politischen Selbsterhaltes. Am 25. März wird in Baden-Württemberg gewählt. Wenn Teufel nicht in den Strudel des Ansehensverlustes hineingerissen werden will, muss er sich abgrenzen. Sein Vorgänger, Lothar Späth, hat bewiesen, wie erfolgreich diese Taktik sein kann. Er führte den Landtagswahlkampf 1988 mehr gegen Kohl als gegen die SPD und sicherte der CDU so überraschend die Mehrheit der Mandate.

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