Darüber spricht ganz … : …Amerika

Christoph von Marschall über Kampagnen im Internet, die John McCain zum Präsidenten machen sollen.

Die Namen verraten die Absicht: „Hillaryiswrong. com“ oder „amateurobama.com“. Noch heißt es bei den meisten dieser Internetadressen: „Die Webseite kann nicht angezeigt werden.“ Erst in sechs Monaten geht das Präsidentschaftsrennen in seine entscheidende Phase, nach den Nominierungsparteitagen der Demokraten Ende August und der Republikaner Anfang September. Die Demokraten ringen noch, wer für sie in der Hauptwahl antreten soll, Barack Obama oder Hillary Clinton. Die Konservativen kennen ihren Kandidaten, John McCain, und bereiten die wichtigste Schlacht des Jahres vor.

Mindestens 50 Internetdomänen wurden von der Kampagnenzentrale reserviert oder über Server, die sich ihr zuordnen lassen. An den Titeln lassen sich die Angriffspläne ablesen. „Nowecannot.org“ oder „yeswecanwhat.com“ zielen auf Obama und den Slogan „yes, we can“, mit dem er Bürger bei seinen Auftritten begeistert. „Obamathebeginner.com“ und „hesnotready.com“ nehmen seine angebliche Unerfahrenheit aufs Korn. „Obamaspendometer.com“ soll Argwohn wecken, woher seine Rekordspenden kommen, vermutlich wird dort bald der muslimische Glauben seiner Familie väterlicherseits in Kenia als nationales Sicherheitsrisiko thematisiert. „Fauxbama.org“ dagegen: Wie viele Konservative verstehen das französische Wortspiel (faux = falsch)?

Die Kampfseiten gegen Obama wurden erst 2008 gekauft, die gegen Clinton bereits 2007. Offenbar überraschte es auch die Republikaner, dass er sie in den meisten Vorwahlen schlagen konnte. Sie wäre die Wunschgegnerin, die rechte Basis lässt sich gegen die Clintons leichter mobilisieren. „Hillaryisbad.com“ und „outwithhillary.com“ setzen auf pure Abneigung. „Hillarymythfact.com“ und „hillarytruthsquad. com“ sollen ihr Doppelzüngigkeit vorwerfen. „Hillaryiscorrupt.com“ und „clintonlibrarycard.com“ werden fragen, welche dunklen Mächte sie finanzieren und Millionen für die Präsidentenbibliothek ihres Mannes spenden. (Die Clintons halten viele Informationen geheim, zum Beispiel einen Teil der Akten aus ihrer Zeit als First Lady oder ihre Steuererklärungen, während Obama seine Unterlagen veröffentlicht hat.) „Clintonomalley.com“, oder „clintoncleland.com“ spekulieren über den Namen ihres Vizepräsidentschaftskandidaten.

Die Demokraten zeigen bisher keine vergleichbare Kreativität mit Blick auf den Kampf gegen McCain. Clinton hat Internetseiten, die Obama angreifen. Und Obama eine Domäne, auf der er sich wehrt: „desperatehillaryattacks.com“.

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