Meinung : Das Geld nicht wert

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Gerade noch mal die Kurve gekriegt? Nein, nicht wirklich. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld kann jetzt sein Entsetzen über den Geschäftspartner BenQ äußern und einen Fonds für die 3000 betroffenen Mitarbeiter auflegen. Doch das ist nur Symbolpolitik zur akuten Versorgung des Imageschadens. Dazu ist auch der Verzicht des Vorstands auf eine Gehaltserhöhung gedacht. Dieser Verzicht bringt fünf Millionen Euro und ist befristet auf ein Jahr; das werden Kleinfeld und Kollegen überstehen. Derweil müssen sich ihre früheren Kollegen aus den Handy- Fabriken auf Hartz IV einstellen. Die ganze Geschichte bleibt ein Desaster. Angefangen von dem Managementversagen über sehr viele Jahre. Dann presste der damalige Konzernchef Heinrich von Pierer den Beschäftigten vor zweieinhalb Jahren Lohneinbußen um 30 Prozent ab, indem er mit Umzug ins nahezu steuerfreie Ungarn drohte. Schließlich kam Kleinfeld und verkaufte an BenQ. Belogen und betrogen sind die Mitarbeiter. Und wenn es tatsächlich stimmt, dass technisches Wissen, Markenrechte und ein paar hundert Patente inzwischen von Deutschland nach Taiwan transferiert wurden, dann ist der Siemens-Chef sein Geld nicht wert. Von einer Gehaltserhöhung gar nicht zu reden. alf

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