Meinung : Das kleine Einmaleins

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Auf den ersten Blick sieht es wie ein Wunder aus. Vor nicht einmal einem Jahr, als Berlins Klage auf zusätzliche Bundeshilfen in Karlsruhe scheiterte, wähnte die Stadt sich am Rande der Pleite. Die objektiven Zahlen stützten diese Einschätzung. Jetzt sprudeln alle Steuerquellen. Wenn sich die Einnahmen weiter so entwickeln, kann der Finanzsenator bereits für 2009 einen Haushalt ohne neue Schulden aufstellen und sich um den Abbau der alten Kredite kümmern. Aber was ein Mirakel scheint, ist nur das kleine Einmaleins der Wirtschaftspolitik: Alles hängt mit allem zusammen. Wenn Arbeitskosten sinken und die Produktivität steigt, erteilen mehr Firmen Aufträge. Neben der anhaltenden Exportkonjunktur steigt die Inlandsnachfrage. Auf einmal zahlen mehr Unternehmen und Mitarbeiter Steuern. Die Kosten der Arbeitslosigkeit sinken. Berlin ist ein günstiger Standort. Das ist aus Sicht der Arbeitnehmer wegen der niedrigen Löhne oft beklagenswert, jetzt aber von Vorteil. Und wenn das Land die zusätzlichen Einnahmen zum Abbau der Staatsverschuldung nutzt, kommt das letztlich allen Bürgern zugute. apz

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