Meinung : Der Fall Landowsky: Diepgen, allein im Rathaus

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Immer wenn es schwierig wird, will der Berliner CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky nach Mallorca. Und jedesmal, wenn er wiederkommt, verliert er ein Amt. Das war vor vier Wochen so, als er sich zwischen Bank und Politik entscheiden musste. Dieses Mal sagte er den Mallorca-Flug kurzfristig ab, aber es wird ihm nichts nützen: Landowsky wird seinen Fraktionsvorsitz los. Unweigerlich. Auch wenn es dem CDU-Landeschef Eberhard Diepgen und seiner Partei als fast unlösbare Aufgabe erscheint, den Abschied Landowskys von der Berliner Politik nach drei Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit zu organisieren. Aber Diepgen bleibt nichts anderes mehr übrig, als den gordischen Knoten zu durchschlagen. Der Ansehensverlust der CDU - und in der Folge auch der Großen Koalition - nimmt beängstigende Dimensionen an: nicht nur bei den Wählern, sondern auch in der privaten Wirtschaft. Die SPD will sich dem entziehen. Bewegt sich die CDU-Führung jetzt nicht, wird aus der Krise Landowskys und der Bankgesellschaft schnell eine Krise der CDU/SPD-Koalition. Spätestens dann auch eine Krise Diepgens. Dass die SPD eine Senatsrunde zu den Problemen der Bankgesellschaft boykottiert, weil sich der CDU-Chef gegen eine vorausgehende Koalitionsrunde sperrt, weist auf den Ernst der Lage hin.

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