Meinung : Der Frieden hat viele Feinde

ANSCHLÄGE GEGEN ISRAEL

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Mahmud Abbas und Ariel Scharon führen beide einen Zweifrontenkrieg: In der jeweils eigenen Partei und gegen die außerparlamentarischen Extremisten. Was dem einen Jassir Arafat und dessen Al–AqsaBrigaden in der Fatah-Bewegung, sind dem anderen Benjamin Netanjahu und der Parteitag des Likud. Auf palästinensischer Seite hat die Terrorwelle bereits begonnen, auf israelischer drohen Siedler mit gewaltsamen Widerstand gegen die Räumung von Siedlungs-Außenposten. Während Scharon und Abbas sich um Annäherung bemühen, haben sich auf palästinensischer Seite – wie der Anschlag beim Grenzübergang Erez zeigte – die radikal-islamistische und die extrem-nationalistische Opposition zusammengeschlossen. Abbas dürfte es mit geschickter Taktik gelingen, zumindest die Hamas wieder an den Verhandlungstisch zu locken. Viel schwieriger ist es, Jassir Arafat und die Fatah-Extremisten zum Gewaltverzicht zu bewegen. Denn es ist nicht zu erwarten, dass Arafat seinem Erzrivalen Abbas Konzessionen macht. Scharon seinerseits gelingt die Überwindung der internen Opposition noch geradezu spielend, indem er sie schlicht ignoriert. Doch diese Taktik kann er gegen die militanten Siedler nicht anwenden. Sie sind wild entschlossen, keine Räumung von Außenposten oder von isolierten Siedlungen zuzulassen. Sie wollen die Road Map genauso beerdigen, wie sie es mit den Osloer Abkommen getan haben. cal

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