Meinung : Der Sachse an sich

„Wer regiert das Internet?“

vom 2. Dezember

Im Artikel findet sich zur Einschätzung eines Referenten der schöne Satz: „Kleinwächter sächselt leicht, doch daraus sollte man keine falschen Schlüsse ziehen. Der Mann ist auf dem internationalen Parkett zu Hause.“ Welche Schlüsse könnte man denn aus dem sächsischen Dialekt ziehen? Ist das Sächseln per se ein Indikator für Provinzialismus oder gar Dummheit? Keiner würde das Schwäbeln unseresch Finanzminischters oder das norddeutsche Anstoßen des SPD-

Kanzlerkandidaten mit dem „st“ in ähnlicher Weise würdigen. Werden hier etwa, schlappe 20 Jahre nach der Wende, Reminiszenzen an Ulbricht, Honecker oder die oft belächelten Grenzbeamten: „Wawwen, Funggeräde, Munizioun?“ und damit alte Vorurteile bedient? Dass die Sachsen ganz helle sind, beweisen sie regelmäßig mit besten Ergebnissen bei Pisa-Tests und mit exzellenten Leistungen im Hochschulbereich. So, nu habsch färdsch!

Prof. Dr. Jürgen Staupe, Dresden

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