Deutschland braucht Bayern? : Die CSU braucht Merkel!

Die Krise der Christsozialen ist eine Krise von oben nach unten. Eine Parteispitze, die so viel Griesgrämigkeit ausstrahlt, kann keine Wähler mitreißen.

Gerd Appenzeller

Was hatten die beiden bärbeißigen Herren an der Spitze der bayerischen CSU nicht über Tage hinweg alles getan, um die vermeintlichen, gefühlten oder tatsächlichen Differenzen zur nördlichen Schwester CDU herauszuarbeiten. Als Vertreter der kleinen Leute profilierten sie sich, die deren Rechte gegen die unsoziale Kanzlerin durchsetzen müssten. Und dann kommt die CDU-Vorsitzende und macht in einer dreiviertelstündigen Rede alles an künstlich aufgebautem Widerstand nieder, und sie entlarvt die sich überlebensgroß aufspielenden Günther Beckstein und Erwin Huber als Popanze. Die Ersten, die das begriffen, waren die jungen Delegierten und die in den hinteren Reihen in Nürnberg. Sie applaudierten minutenlang stehend und zwangen so die eher missmutigen CSU-Granden auf den besseren Plätzen, sich ebenfalls zu erheben. Jeder sah: Die Krise der Christsozialen ist eine Krise von oben nach unten. Eine Parteispitze, die so viel Griesgrämigkeit ausstrahlt, kann keine Wähler mitreißen. Wie man das machte, zeigte ihnen Angela Merkel. 45 Minuten reichten ihr, um den alten Spruch „Deutschland braucht Bayern!“ vom Kopf auf die Füße zu stellen. Diese CSU braucht Merkel – und zwar dringend. apz

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