Meinung : Deutschwerdung

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Der richtige Pass kann Gold wert sein, ja Leben retten. Jeder Deutsche, der in Gefahr gerät, hat Anspruch auf Hilfe von der Bundesregierung. Bei Entführungen, wie derzeit im Irak, rotiert rund um die Uhr ein Krisenstab. Diese Aspekte sind auch beim Thema Einbürgerung zu bedenken. Wer Deutscher werden will, erhält dafür erhebliche Gegenleistungen. Er wird von der Bundeswehr beschützt und vom Wohlfahrtsstaat abgesichert. Deshalb ist es nicht von vornherein verwerflich, an den Einbürgerungswilligen bestimmte Anforderungen zu stellen. Ausreichendes Sprachvermögen und ein gewisses Grundbekenntnis zur Verfassung etwa dürften nicht zu viel verlangt sein. Der Fall des von der CIA verschleppten Deutsch-Libanesen Khaled al Masri hat vor einigen Wochen viel Aufsehen erregt. Vollständig aufgeklärt ist er noch längst nicht. Das Bild indes hat jetzt neue, verwirrende Facetten bekommen. Seinen Asylantrag in Deutschland hatte al Masri 1985 offenbar mit einer Mitgliedschaft bei der islamistischen Organisation „Al Tawhid“ begründet. Diese Organisation gilt deutschen Behörden heute als Terrorvereinigung. Erst im Oktober wurden in Düsseldorf einige ihrer Anhänger zu Haftstrafen verurteilt, weil sie Anschläge auf jüdische Einrichtungen geplant hatten. Die irakische Gruppe, die gerade zwei Deutsche in ihrere Gewalt hat, trägt ebenfalls die Worte „Al Tawhid“ in ihrem Namen. Die Frage drängt sich auf: Unter welchen Umständen wurde al Masri eingebürgert? Auch das ist, abgesehen vom mutmaßlichen Fehlverhalten der Schröder-Fischer-Regierung, nun zu klären.mal

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