DFB-Chef Theo Zwanziger : Die Krise bin ich

Vielleicht kann Theo Zwanziger ja Fifa-Präsident Joseph Blatter beerben, dann wäre dieses Problem auch gelöst. Für größenwahnsinnig genug kann man den Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) halten nach seinen Eskapaden der zur Schau getragenen Eitelkeit, die am Freitagabend in seiner alle überrumpelnden Rücktrittsankündigung mündeten. Zwanziger hat 2004 als Präsident großartig begonnen und nach dem Suizid von Nationaltorwart Robert Enke eine große Rede gehalten, danach aber hielt er sich für unfehlbar, verhedderte sich im Kleinklein. Er beschwor Krisen herauf (wie die geplatzte Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw), redete sie klein (wie die Steuer-Razzien bei Referees) oder machte sie schlimmer (wie die Nötigungs-Affäre um den früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell). Nun nimmt sich der Krisenpräsident vorzeitig aus dem Spiel – und löst die nächste Krise aus. Als ob der deutsche Fußball angesichts der schweren EM-Lose und der anhaltenden Debatte um Fangewalt keine anderen Sorgen hätte, stürzt Zwanziger seinen Verband in einen internen Machtkampf. Und führt unfreiwillig vor, dass es im Fußball-Politbüro der alten Männer keinen Hoffnungsträger gibt. Wenn die Nationalmannschaft im EM-Sommer unerwartet früh scheitern sollte und Löw zurücktreten müsste, stünde der ganze DFB nackt da. Nicht mehr nur Theo Zwanziger. ide

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