Meinung : Die K-Frage: Von Süden Richtung Mitte: Warum Edmund Stoiber mehr Klarheit schafft

Robert von Rimscha

Was für Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat spricht? Fünf Gründe:

Da ist zunächst einmal das, was sonst über Angela Merkel gesagt wird: Sie wäre ein Beitrag zur inneren Einheit. Dies wäre Stoiber auch. Ein Bayer in Berlin, ein Aufweichen all der Klischees, die im Norden über den Süden gepflegt werden - wäre dies kein natürlicherer Beitrag zur Einheit als das Weiterdenken in Ost-West-Kategorien, das ins Positive gekehrte Lieblingsargument der Merkel-Befürworter?

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Für Stoiber spricht, zweitens, der Polarisierungs-Integrations-Mix, den er garantiert. Als Konservativer aus Bayern ist er das Gegenbild zu Gerhard Schröder. In Zeiten, in denen quer durchs Land die Verwechselbarkeit der Parteien beklagt wird, tut Profil gut. Vor allem dann, wenn der sichtbare Gegensatz zwischen den beiden Großen mit der Integration des rechten Randes einher geht. Stoiber würde heißen, dass wir uns den unseligen Schill ersparen dürften, dass keine DVU und kein sonstiger Rechtsaußen-Verein das Duell der Haupt-Akteure stören würde.

Die Polarisierung hat mit dem dritten Grund zu tun, der für Stoiber spricht: die Überraschungen. Gerade weil bei ihm, anders als bei Angela Merkel, die tiefe Verwurzelung im konservativen Lager unstrittig ist, wären die liberalen Signale an die Mitte für ihn umso nötiger und für das Land umso besser. Beispiel Zuwanderung: Während Merkel sich keinen Kompromiss mit Schröder leisten könnte, käme er Edmund Stoiber gerade recht.

Viertens spricht für Stoiber, dass es für die Republik gut wäre, einmal zu testen, wie viel vom bayerischen Erfolgs-Modell auf ganz Deutschland übertragbar ist. Viele Jobs, gute Bildung, geringe Kriminalität: Hinter dem Schlagwort von den "Laptops und Lederhosen" steht ja eine Philosophie der humanen Modernisierung. Ein wichtiges Bundesland erfolgreich geführt zu haben, ist jedenfalls eine bessere Qualifikation, als zwei nicht ganz so wichtige Ministerien geleitet zu haben, so wie dies in Merkels Lebenslauf steht.

Nicht zuletzt ist Stoiber gut für Deutschland, weil seine Kür taktisch auch seinen Gegnern gelegen käme. Dies klingt ein wenig kompliziert, doch im Kern ist es ganz einfach. Stoiber ist gut für Deutschland, weil mehr Deutsche die SPD oder die FDP gut finden als die Union. Die SPD will Stoiber, so tuscheln ihre Mächtigen zumindest, weil Merkel in der Mitte gefährlicher wäre. Der FDP gefällt Stoiber, weil er bei Bürgerlich-Liberalen mehr Platz für Westerwelles Truppe ließe. Wer also sozialdemokratisch oder freidemokratisch wählt, muss sich Stoiber wünschen.

Der sechste Grund, der für Stoiber spricht, hat hier nichts verloren. Die Union will ihn. Aber dies ist mehr ein Reflex auf die Schwächen von Merkel als ein genuines Lob für den Münchener. Außerdem soll es ja um das Wohl des Landes gehen, nicht um das der CDU / CSU.

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