Meinung : Frei von Tarifen

NAME

Der Streik ist vorüber. Gestern stimmte auch die IG Metall in Berlin und Brandenburg dem baden-württembergischen Kompromiss zu. Die Ost-IG-Metall hatte sich ursprünglich eine deutlich kürzere Laufzeit als 22 Monate gewünscht - um im nächsten Jahr mit dem Druck einer gesamtdeutschen Tarifrunde Fortschritte bei der Arbeitszeitverkürzung machen zu können. Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt verweigern sich die Arbeitgeber dem Tarifkompromiss immer noch, weil die Vereinbarung zu teuer sei. Außerdem glauben sie einfach nicht, dass die IG Metall den jetzt drohenden Arbeitskampf überhaupt organisiert bekommt. Denn der Flächentarifvertrag in Ostdeutschland ist inzwischen so zerfallen, dass ohne die Unterstützung einer Westtarifrunde offenbar nichts mehr geht. Die industrielle Basis ist zu dünn, die Unternehmen halten sich nicht mehr an den Tarifvertrag oder sind aus den Verbänden ausgetreten. Auch die Arbeitnehmer verzichten lieber auf Lohn, als ihren Job zu riskieren. Nur mit dem Druck aus dem Westen lassen sich Tarifverträge hier noch durchsetzen. Das wissen beide Seiten - deshalb hat die IG Metall in Berlin den Vertrag unterschrieben. Und deshalb lassen es die sächsischen Arbeitgeber auf einen Streik ankommen. uwe

SEITEN 1 UND 24

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben