Meinung : Gefährliche Landung

Berichterstattung zur Offenhaltung

Flughafen Tegel vom 28. April

Bernd Hildebrand, Verfechter der Tegel-Schließung, irrt. Wer die „Tegel Projekt GmbH“ vertritt und sich der Immobilie wegen das bestmögliche Nutzungspotenzial für fünf Quadratkilometer wünscht, geht naturgemäß davon aus, dass für alles im Leben der höchstmögliche Profit ideal ist. Erstens braucht eine Millionenstadt mehrere Flugplätze, so wie sie die meisten Metropolen besitzen. Ein Single-Flughafen kann lebensgefährlich für Flugpassagiere werden. Berlin wird nach einer Schließung von Tegel statt sechs nur noch zwei Landebahnen haben, bei der Sanierung der alten Schönefelder Nordbahn lange Zeit nur noch eine. Bei einem Zwischenfall bei der letzten verbleibenden Bahn kann BER bis zu zwei Tage geschlossen bleiben, und 400 Flüge täglich müssen nach Leipzig oder Hannover umgeleitet werden. Außerdem kann man angesichts der zunehmenden Zahl von Flügen, die wegen Treibstoffmangels aus wirtschaftlichen Gründen zur Zwischenlandung gezwungen werden, nur hoffen, dass alle Maschinen den Ausweichplatz erreichen. Und als Tegel vor Jahren äußerst schlechte Wetterbedingungen hatte, mussten 3500 Passagiere in Tempelhof und Schönefeld landen. Auch so etwas entfällt künftig. Zweitens sollte sich nicht alles im Leben um den Profit drehen, sondern auch um die Erreichbarkeit eines Flughafens. Für Fluggäste aus dem westlichen und nördlichen Berlin, aus der Mark Brandenburg und Mecklenburg bedeutet BER eine halbe Tagesreise mit allen Gefahren, die eine lange Autofahrt mit sich bringt, die Zufahrtswege sind schon heute Staustrecken.

Horst Pillau, Schriftsteller, Berlin

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