Meinung : Gerechter geht’s nicht

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Das Stück hätte klar ans Berliner Ensemble gehört. Nun machen sie es am Theater Brandenburg, was für Rolf Hochhuth eine Art Niederlage darstellt. Aber gerechter Zorn kennt keinen Standortnachteil, und sein Stück „McKinsey kommt“ wird offenbar von einem Zorn getragen, wie er gerechter kaum sein könnte, incl. Rechtfertigung der Selbstjustiz, wie der Autor selbst bereits einräumt. Oh, da werden die fiesen Unternehmensberater wohl rattazong aus der Welt geräumt? Wenn wir einen dramaturgisch ergiebigen Vorschlag machen dürften: per Selbstmordanschlag? Doch in der deutschen Krise stecken noch viel mehr HochhuthImpulse. „Der Apotheker“ zum Beispiel: Entsetzt über Zuzahlungsterror und Patientenverfolgung in Deutschland sieht der junge Apotheker Kurt G. die letzte Möglichkeit zur Rettung darin, den Papst zu informieren. Der aber schweigt, um die Lage nicht zu verschlimmern … Dabei hat Hochhuth sogar eine Lösung anzubieten: Einfach die Arbeit per Gesetz verteilen. Das ist in der Tat ein Weg, über den wir nachdenken sollten; vor allem könnten damit weitere Hochhuth-Dramen wirksam verhindert werden.

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