Meinung : Gesten statt Geldspritzen

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Die Charité-Chefs drohen ihren Beschäftigten mit betriebsbedingten Kündigungen, wenn die nicht auf Lohn verzichten. Schließlich muss das Berliner Universitätsklinikum sparen, sonst klafft ab 2010 eine Lücke von 266 Millionen Euro im Haushalt. Nun gehören Drohungen auch bei Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst dazu. Die Verantwortlichen der Stadtreinigung zeigten dieses Instrument, die Verhandlungsführer der BVG ebenso. Doch bei der Charité liegt die Sache anders: zum einen, weil man die Kündigungen im Auftrag des Aufsichtsrats vorbereitet, dessen Vorsitzender – Wissenschaftssenator Thomas Flierl – Mitglied der Linkspartei ist. Und zum anderen wegen des Umfangs. 500 Arbeitsplätze sollen geräumt werden. Dabei liegt eine Einigung gar nicht so fern. Die Mitarbeiter fordern, was bei Vivantes, dem anderen Berliner Klinikunternehmen in öffentlicher Hand auch klappte: Hilfe vom Land. 2004 stimmten die Vivantes-Beschäftigten einem Nottarif zu – nachdem der Senat die Konzernschulden von 200 Millionen Euro übernommen hatte. So viel braucht die Charité gar nicht. Es geht nur um eine Geste, dass das Land zu seiner berühmten Universitätsmedizin steht. I.B.

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