Glücksspielstaatsvertrag : Lotto unter Druck

Mit den Eckpunkten eines neuen Glücksspielstaatsvertrags versuchen die Bundesländer den Spagat. Sie öffnen die Tür für private Wettanbieter, aber nur einen Spalt.

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Eins, 16, 25, 29, 33 und 47 – für einen Stuttgarter waren diese Zahlen jetzt rund 25 Millionen Euro wert. Es ist der dritthöchste Einzelgewinn in der deutschen Lottogeschichte. Millionen Deutsche haben versucht, diesen Jackpot zu knacken. Und das lässt die Landeskassen klingeln. Nun könnte es damit bald vorbei sein. Es müsste sogar. Denn mit den Eckpunkten eines neuen Glücksspielstaatsvertrags versuchen die Bundesländer den Spagat. Sie öffnen die Tür für private Wettanbieter, aber nur einen Spalt. Auf Dauer kann das nicht gutgehen. Dafür ist Deutschland zu global – und zu digital. Nie war es leichter, online Wetten zu platzieren. Nur sitzen die Anbieter im Ausland. Jetzt lautet die Devise: Lassen wir ein paar rein, dann verdienen wir ein bisschen daran und kontrollieren sie gleichzeitig. Damit bliebe alles wie bisher: Geld verdienen und die Spielsuchtbekämpfung als Feigenblatt davorhalten. Zu viel Liberalismus tut eben nicht gut – schon gar nicht der 6 aus 49. Das Lottospiel ist nämlich in Gefahr, weil es nicht plausibel ist, den einen Markt, die Wetten, zu öffnen, und den anderen, die Lotterie, weiter zu monopolisieren.

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