Gorleben : Ende des Lagers

Das ursprüngliche Gutachten zum Endlager wurde manipuliert: Damit ist Gorleben politisch nicht mehr durchsetzbar

Dagmar Dehmer

Der Verdacht ist alt. Doch an Beweisen hat es bisher immer gemangelt: Gorleben ist aus politischen Gründen als Standort für ein atomares Endlager ausgewählt worden. Ob der Salzstock die bestmögliche Deponie für Atommüll ist, der eine Million Jahre sicher verwahrt werden muss, spielte eine untergeordnete Rolle. Das lässt sich aus dem nun öffentlich gewordenen Telefax an die Wissenschaftler schließen, deren Gutachten die Grundlage für die Entscheidung wurde, den Salzstock auch untertägig zu erkunden. Dass die Union nun versucht, diese Manipulation dadurch unschädlich zu machen, dass sie auf die Ergebnisse dieser Erkundung verweist, ist ein gedanklicher Salto mortale. Die Erkundung hat zwar ergeben, dass der Salzstock womöglich ein geeignetes Endlager sein könnte. Doch während der Arbeiten wurden die Kriterien dafür den realen geologischen Gegebenheiten angepasst. Nachdem klar war, dass die Tonschicht über dem Salzstock Radioaktivität nicht würde abschirmen können, entschieden die Verantwortlichen dass der Salzstock selbst mächtig genug sei und keine zweite Abschirmung nötig sei. Gorleben ist selbst dann politisch nicht mehr durchsetzbar, wenn er sich als geeignet herausstellen sollte. Dass diese Fakten dem Wahlkämpfer Sigmar Gabriel derzeit ganz gut ins Konzept passen, ist eine Sache. Eine andere ist, dass seine SPD Anfang der 80er Jahre selbst Gorleben durchsetzen wollte – und in der Wahl der Mittel dafür auch nicht zimperlich war. deh

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