Griechenland : Im Notfall Sanktionen

Schon seit langem lässt es sich Griechenland auf Kosten Europas gut gehen. Notfalls müssen jetzt Sanktionen dafür sorgen, dass die Athener Regierung einen Kurswechsel vollzieht.

Gerd Höhler

Wenn der neue griechische Premierminister Giorgos Papandreou die Schuld an der Finanzkrise seines Landes nun den abgewählten Konservativen gibt, dann sollte er etwas weiter in die Vergangenheit blicken. Sein Vater Andreas Papandreou war es, der in den 80er Jahren die Schuldenspirale in Gang setzte. Schon damals ließ es sich das 1981 der EG beigetretene Griechenland auf Kosten seiner europäischen Partner gut gehen. Sie überwiesen jedes Jahr Milliarden nach Athen. Seit Griechenland zur Eurozone gehört, hat sich das Problem verschärft. Die Griechen profitieren von den niedrigen Zinsen der Gemeinschaftswährung, bleiben aber jede finanzpolitische Disziplin schuldig. Notfalls müssen Sanktionen dafür sorgen, dass die Athener Regierung den seit langem angemahnten Kurswechsel endlich vollzieht. Wenn der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou nun versichert, man warte nicht auf einen Retter, sondern werde die Probleme aus eigener Kraft meistern, ist das ein ermutigendes Zeichen. Aber nun müssen schnell einschneidende Sparmaßnahmen folgen. Wenn der Schuldenberg weiter wächst, gefährdet das auch den Euro.

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