Meinung : Heilige Pflicht

„Trittin: Merkel blockiert Energiewende“ vom 11. März

Eine Anmerkung zu folgendem Zitat: „Auch die katholische Kirche forderte Konsequenzen aus dem Reaktorunfall. Das Unglück habe dazu beigetragen, „den Blick für die Schöpfung erneut zu schärfen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch.“ Konsequenzen aus Fukushima sollte erst einmal die katholische Kirche ziehen. Der amtierende Papst, Joseph Ratzinger, erklärte am 29. Juli 2007: „Heute vor genau 50 Jahren trat das Statut der IAEA in Kraft, der Internationalen Atomenergiebehörde, die mit dem Auftrag eingerichtet worden ist, in der ganzen Welt den Beitrag der Atomenergie zum Frieden, zur Gesundheit und zum Wohlstand zu beschleunigen und zu steigern. Der Heilige Stuhl stimmt voll und ganz den Zielsetzungen dieser Organisation zu; er ist seit ihrer Gründung deren Mitglied und unterstützt auch weiterhin ihre Tätigkeit.“ Man sollte sich also nicht täuschen lassen, wenn katholische Würdenträger suggerieren wollen, die katholische Kirche hätte die Atomkraft schon immer kritisch gesehen. Mir ist bis jetzt auch nicht bekannt geworden, dass der Vatikan seine neuen Erkenntnisse und seinen Einfluss in den Ländern mit hohem katholischem Bevölkerungsanteil wie Polen oder Brasilien genutzt hätte, um dort umstrittene Atombauprojekte zu verhindern. Dabei hat der Vatikan beim Thema Kondomgebrauch schon bewiesen, dass er dann, wenn es ihm wirklich ernst ist, massiven Druck auszuüben vermag.

Ralf Böhm, Berlin-Buckow

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