Meinung : Hilfe zur Selbsthilfe

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So ist es richtig. Die Nato stockt ihre Truppen in Afghanistan erheblich auf. Um 6000 Soldaten soll die internationale Schutztruppe Isaf vergrößert werden. Bald dehnt sie ihre Präsenz auf den Süden des Landes aus. Zeitgleich wird diplomatisch erneut um die Zukunft des Kosovo verhandelt – unter Einschluss der UN. Und im Irak findet in gut einer Woche das Referendum über die Verfassung statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Afghanistan, Balkan, Irak: Das sind die drei Krisenherde, in denen sich der Westen militärisch zum Teil massiv engagiert. Jeder hat seine eigene Geschichte. Die Interventionen haben auch zu Zerwürfnissen geführt. Doch diese Ära scheint vorbei. Der Westen ordnet sich neu. Ohne dies an die große Glocke zu hängen, werden die USA auf dem Balkan und in Afghanistan entlastet. UN und Nato springen ein, damit Washington sich voll und ganz auf den Irak konzentrieren kann. Hilfe zur Selbsthilfe gewissermaßen. Diese Neuordnung der militärischen Ressourcen ist vernünftig. Und sie dient der transatlantischen Wiederannäherung. Niemand im Pentagon kann den Europäern noch Drückebergerei vorwerfen. Andersherum muss wieder einmal daran erinnert werden, wem Europa die relative Ruhe auf dem Balkan verdanken. Nun müssen nur noch Osama bin Laden und Abu Mussab al Sarkawi verhaftet werden, und schon könnte das ganz große Schulterklopfen beginnen. Man wird doch nochmal träumen dürfen.mal

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