Meinung : „Ich habe mit euch dafür …

Moritz Schuller

… gearbeitet, dass wir jene Stabilität genießen, die die Grundlage für Gerechtigkeit und Chancengleichheit legt.“

Gordon Brown wohnt bereits in 10 Downing Street, dem Amtssitz des britischen Premierministers. Weil ihnen die Wohnung zu klein war, tauschten die Blairs und zogen nach nebenan, in die Nummer 11 des Schatzkanzlers. Näher als Brown kann man in Großbritannien der Macht derzeit also nicht sein. Doch der 54-Jährige will mehr: Er will das ganze Haus.

1994 sollen sich die beiden in einem Restaurant abgesprochen haben, erst Tony, dann Gordon hieß die Marschroute. Aus Brown ist in der Wartezeit ein erfolgreicher Finanzminister geworden, länger war in den vergangenen 200 Jahren keiner in diesem Amt. So knapp Brown die Staatskasse in der ersten Amtsperiode gehalten hatte, so freigebig zeigte er sich in der zweiten – sehr zur Freude der Linken in der Labour Party, die sich dem uncharismatischen, aber bodenständigen Brown schon immer näher fühlten als Blair. Statt im modischen Islington essen zu gehen, holt sich Euro-Skeptiker Brown eben lieber ein chinesisches Take-out.

Während des Wahlkampfs zeigte sich der Nachbar loyal, doch schon beim Kabinettsumbau sollen Blair und Brown heftig aneinander geraten sein. Die „Brownites“ wollen Gordon lieber heute als morgen zum Premier machen – um wieder mehr Old Labour an die Macht zu bringen.

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