Im WORT laut : Ein verletzliches Land

Zum Ende des Jahres ziehen die USA ihre Truppen aus dem Irak ab. Die amerikanische Politikwissenschaftlerin und ehemalige stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin für den Irak und Afghanistan, Meghan L. O’Sullivan, schreibt darüber in

„Foreign Affairs“

: Es gibt Grund zur Sorge. Der Irak sieht sich noch immer mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert – politischer und diplomatischer Art sowie die Sicherheit betreffend – und es ist unklar, was das Land diesen Bedrohungen entgegenhalten kann. Acht Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein bleibt das Land ein verletzlicher und komplizierter Ort ... Die Spaltung der irakischen Führungselite geht tief. Eine weitere militärische Präsenz der USA hätte zwar Frieden und Wohlstand nicht garantiert, aber der Abzug der Truppen erhöht das Risiko, dass der Irak scheitert, indem ein psychologischer Rückhalt entfernt wird und Tür und Tor geöffnet wird für eine breitere internationale Einflussnahme ... Doch während es viel zu beklagen gibt ... gibt es auch eine Menge, auf das man stolz sein kann. Amerikaner und Irakis haben eine enorme Ausdauer und Stärke gezeigt. Der Irak hat neue Institutionen aufgebaut und den Pfad in Richtung eines nachhaltigen, repräsentativen Regierens beschritten. Und die Region hat heute Möglichkeiten, die unter Saddam nicht denkbar gewesen wären. Noch ist nichts verloren. Zwar ist Obamas Entscheidung, die Truppen abzuziehen, bedauerlich, doch sie verschließt nicht die Tür für amerikanische Interessen in der Region und auch nicht dafür, die amerikanisch-irakischen Beziehungen zu verbessern.

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