Meinung : In der Wüste

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Von Peter Johanning

WO IST GOTT?

Man ist geneigt, gerade in diesen Tagen des Krieges im Irak das Wort von der Wüstenwanderung allzu wörtlich zu nehmen. Denn obwohl wir wissen, dass selbst in der heißesten Wüste Leben vorhanden ist, meint Wüste angesichts des Irakkrieges leider auch Tod und Leid.

Doch der Satz „Gott hat Wege in der Wüste" meint mehr als nur Äußerliches. Ich will diesen Satz im Glauben verstehen: Wüste als Sinnbild für persönliche Anfechtungen und Versuchungen. Mein Glaube an Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist wird angefochten, versucht. Viele meinen, es gebe ihn nicht mehr! Aber suchen sie ihn auch?

EMail aus dem Irak

Gott hat Wege in der Wüste und – noch besser: aus der Wüste. Wie ein Kind seinen Eltern vertraut, dürfen auch wir dem Herrn vertrauen und wissen: Er hilft uns aus der Not unserer Unkenntnis und Unwissenheit. Wer Gott sucht, der wird ihn finden. Er ist da, in uns, und will sich von uns finden lassen.

Wie suche ich ihn, wie finde ich ihn? Um nur einen „Wüstenweg" zu nennen: im Gebet! Beten ist das Atemholen der Seele. Beten ist die Luft, die uns befreit. Das Gebet zu Gott löst unsere Einsamkeit ins Nichts auf und schenkt Gemeinschaft mit dem Vater im Himmel.

In der Wüste unseres Lebens wirken Gebete wie ein Licht in der Finsternis, wie ein Stern in dunkler Nacht. Wer betet, muss Gott finden. Und beten kann man überall: in der Kirche, zu Haus, im Getümmel oder in der Stille. Und wer überall betet, der findet auch Gott überall.

Um noch einmal auf den Eingangssatz zu kommen: Dieser Tage erhielt ich die E-Mail eines US-Soldaten mitten aus der Wüste zwischen Euphrat und Tigris. Er bat darum, dass ich, dass wir für ihn beten!

Man kann auch füreinander beten. Das Beten für einen anderen ist Ausdruck von gesunder Nächstenliebe. Und es gibt viele gute Gründe zu beten: für den Frieden, für die Gesundheit, für die Familie.

Auch für den festen Glauben an Christus, den Heiland, können wir beten, gerade in Zeiten der Anfechtung. „Herr, stärke meinen Glauben!", so könnte eine unserer Bitten lauten.

Wie oft hat Jesus zu seinen Mitmenschen, an denen er große Wunder tat, gesagt: "Dein Glaube hat dir geholfen." In der Tat, der Glaube hilft! Wir wollen uns einen starken Glauben bewahren, auch und gerade wenn es für uns durch die Wüste geht.

Im Monat April stehen wieder mehrere kirchliche Feiertage im Kalender. An Karfreitag gedenken wir an den Kreuzestod Jesu. Kurz vor seinem Ende rief er aus: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Ausweg aus der Einöde

Die Anfechtung war groß, menschlich betrachtet sogar übergroß. Doch der Gottessohn durfte auferstehen und Himmelfahrt halten. Gott hatte ihm den Weg aus der Wüste gezeigt.

„Gott hat Wege in der Wüste – Gott hat Wege aus der Wüste!" Vergessen wir das nicht.

Der Autor ist Pressereferent des Stammapostels (Kirchenpräsident) der Internationalen Neuapostolischen Kirche.

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