Inflation : Vertrauen ist teuer

Der Wert des lieben Geldes muss uns Sorgen machen. Da ist es ohnehin schon knapp - und jetzt setzt ihm auch noch die Finanzkrise zu.

Der Wert des Geldes liegt allein in seiner Kaufkraft, schrieb der Ökonom Keynes. Mit Blick auf die neuen Inflationsdaten muss man sich um die Werthaltigkeit des lieben Geldes einige Sorgen machen. Steigen die Preise für Benzin, Lebensmittel und Energie weiter so stark wie in den vergangenen Monaten, dann haben wir künftig immer weniger von unserem Geld.

Das ist ohnehin knapp, weil Löhne und Gehälter real gesunken sind. Gleichzeitig steigen Steuern und Abgaben tendenziell. Und vermehren kann sich unser Geld auch kaum, weil die Zinsen niedrig und die Aktienkurse eingebrochen sind. Steigende Preise, sinkende Realeinkommen, niedrige Zinsen, Vermögensverluste – woher soll eigentlich die Kaufkraft kommen, die 2008 die deutsche Wirtschaft in Schwung bringen soll?

Die Lage wäre schon ohne Finanzkrise kompliziert genug. Die Notenbanken sind aber außerdem gezwungen, die Folgen des US-Immobiliencrashs in Zaum zu halten. Ohne großen Erfolg: in den USA rutscht die Wirtschaft in die Rezession. Was hat also noch Wert? Geld ist auch immer eine Sache des Vertrauens. Das aber wird fehlen, solange der Virus der Krise im System steckt. (mot)

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