Meinung : Interessenkonflikt

„Weihnachtsgeschenk: ein Grenzübergang“ vom 24. Dezember

Ergänzend möchte ich hinzufügen: Durch das Londoner Protokoll der Alliierten vom 12.9.1944 wurde für Besatzungszwecke ein besonderes Berliner Gebiet festgelegt, das das Territorium von Groß-Berlin in den Grenzen des preußischen Gesetzes vom 27.4.1929 umfasste. Danach gehörte Staaken zu Groß-Berlin, während Groß-Glienicke bei der Provinz Brandenburg blieb. Im August 1945 erzielte ein Komitee des Alliierten Kontrollrats eine Übereinkunft zur Abrundung der Gebiete um die Flugplätze Staaken und Gatow, da die Stadtgrenze quer über die jeweiligen Rollbahnen verlief. Das Abkommen wurde am 30.8.1945 vom Kontrollrat ratifiziert und trat um 23.59 Uhr in Kraft. Der Verlauf der neuen Grenze wurde dann vom Grenzkomitee der Alliierten Kommandantur festgelegt und am 27.9.1945 ratifiziert. Dadurch wurde der östliche Teil von Groß-Glienicke und der sog. Seeburger Zipfel (Weinmeisterhöhe) britisches und West-Staaken sowjetisches Interessengebiet. Nach der Wiedervereinigung gelangte nur West-Staaken zurück.

Eine weitere Besonderheit stellte die Enklave der Gemeinde Seeburg im Spandauer Ortsteil Tiefwerder dar. Es gab keine Grenzanlagen. Aber die Berliner Polizei durfte das Gebiet nicht betreten. Mithin ein rechtsfreier Raum!

Prof. Dipl-Pol. Hans-Joachim von Schuckmann, Berlin-Wilmersdorf

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