Meinung : Jerrys Krise

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Wellensittiche und Aras sind unsere „gefiederten Freunde“, Hunde, Gürteltiere und Elefanten die „vierbeinigen“. In welchem Verhältnis stehen wir eigentlich zu den Kängurus? Sind Kängurus auch „Freunde“? Wenn ja, was für welche? „Hoppelnde“? „Langhinterläufige“? Da käme man sich als Känguru doch ziemlich blöd vor. Vielleicht befand sich „Jerry“ in einer Identitätskrise, als er ausbrach, raus aus allem wollte, mal ’ne Pause brauchte. „Jerry“ ist ein dänisches Känguru! „Jerrys“ Zuhause ist ein Jugendzentrum! Doch, doch, das ist wahr. In Dänemark verwahrlost die Jugend nicht, weil sie ein Jugendzentrum nach dem anderen schließen – in Dänemark kümmern sich die Jugendzentren um interkulturelle Kontakte, dass es eine Freude ist. Den anderen, das andere kennen lernen – darum geht’s. Dass ein Kopenhagener Jugendzentrum ein Känguru, den Inbegriff der Jugendfürsorge, zum Kennenlernen bereithält, ist konsequent, die Jugend wird es danken. „Jerry“, das Känguru, ist vor sechs Wochen ausgebrochen, mag sein, dass dem Tier der Integrationsansatz nicht ganz klar war. Jetzt hat die Polizei „Jerry“ wieder eingefangen und heim ins Heim gebracht. „Du, ,Jerry’“, werden sie dort jetzt sagen, „wir sind doch deine Freunde, deine zweibeinigen.“ Und „Jerry“ denkt sich traurig: „Schon klar. Aber was bin ich für euch?“ dae

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