Johannes B. Kerner : "Will viel, manchmal zu viel"

Johannes B. Kerner reduziert sich. Nur noch „Kerner“ – so heißt sein Talkmagazin, das heute bei Sat 1 zur Premiere ansteht. Das Konzept könnte von „Stern TV“ kopiert sein, ein Format, mit dem Günther Jauch seit Jahren reüssiert.

Joachim Huber
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Johannes B. Kerner -Foto: dpa

Kerner weist alle Quervergleiche mit dem Fernseh-Übervater von sich: „Diese Schuhe möchte ich nicht vor die Tür gestellt bekommen.“

Mit „Kerner“ will „JBK“ aus der Talkecke herauskommen, in die er sich über „Johannes B. Kerner“ hineinmoderiert hatte. Mehr recherchierten Journalismus als Journalismus in Frageform, das ist Kerners neues Spielfeld. „Kerner“ sieht nach der Vertiefung einer Karriere aus, einer journalistischen Ernstmachung. Nach zehn Jahren mal erhellender, mal peinsamer Unterhaltung mit über 5000 Gästen kann der Wechsel kommen. „Will viel, manchmal vielleicht zu viel“, bilanzierte Kerner den Talkmaster JBK.

Der gebürtige Bonner ist so fleißig wie erfolgreich. Mehr als hundert Sendungen hat er bei seinem früheren Arbeitgeber, dem ZDF, pro Jahr präsentiert, die Talkshow „Johannes B. Kerner“ über seine eigene Produktionsfirma zugleich produziert. Da hat einer das Fernsehgeschäft begriffen, da steht Kerner den Jauchs, Pilawas und Beckmanns in nichts nach. Über seine aufgegebene Teilhaberschaft an einer weiteren Firma, den „Fernsehmachern“, hatte er weitere Sendungen wie „Unsere Besten“ oder „Lafer, Lichter, Lecker“ für das Zweite geliefert. Die fortlaufende „Kernerisierung“ des ZDF wurde Programmdirektor Thomas Bellut zu viel, zudem ihm Kerners Talk zu leichtgewichtig, zu boulevardesk erschien. Für einen neuen Vertrag bot er Kerner weniger Sendungen an. Der spielt schon gerne im Team, aber die ZDF-Offerte roch derart streng nach Querele (Air-Berlin-Werbung!) und Mitsprache, da zog Kerner von dannen und kehrte zu Sat 1 zurück. Seine Kompetenz nahm er mit – und seine Leidenschaft. Als Sportreporter hatte der Hertha-Fan beim SFB begonnen. Für den Privatsender Sat 1, wohin er vom SFB gewechselt war, moderierte er einst die Fußball-Bundesliga, jetzt moderiert er die Champions-League-Übertragungen. Für T-Home präsentiert der ausgewiesene Experte die Bundesliga. Kerner will einfach nicht faul sein, nur der Drang zum täglichen FernsehKärrner, der hat nachgelassen.

Mit der früheren Hockey-Nationalspielerin Britta Becker hat der 44-Jährige vier Kinder. Die sehen ihren Vater jetzt häufiger. Kerner konzentriert sich. 

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