Meinung : Kalt bis zur Bemessungsgrenze

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Nein, unsere Politiker sind nicht konfus. Sie laufen, wenn es brenzlig wird, nicht hektisch herum und rufen nach dem Chef, sie reagieren angemessen kühl – sie kürzen, verordnen, planen Nullrunden, halten dem Gegner eklatantes Versagen vor. Neben diese traditionellen Mittel ist neuerdings das Einfrieren getreten, beispielsweise das Einfrieren des kompletten Gesundheitssystems. Aber wie wir wissen, droht bei unsachgemäßer Handhabung der gefährliche Gefrierbrand, die Gesundheitsausgaben trocknen aus. Vermutlich hat die Bundesregierung deshalb die Methode des Schockfrostens angewendet, bei dem das System sofort nach dem Koalitionsbeschluss eingesammelt und mit flüssiger sozialer Kälte bis zur Bemessungsgrenze eingefroren wird. Doch die Haltbarkeit ist begrenzt, und alle warten darauf, nach dem Auftauen alles sofort stark zu erhitzen. Dabei aber kann das System matschigzäh werden, es verliert an Nährwert, ist mit einem frischen überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Peter von Frosta hat immer jemanden, den er anrufen kann, aber wen soll Ulla von Deutschland anrufen? Es scheint, als sei die Methode generell unzulänglich; besser wäre es zweifellos, die Kranken einzufrieren und in Ruhe auf Besserung zu warten. Oder helfen Omas althergebrachte Methoden? Lesen Sie morgen: Wie Gerhard Schröder die Eigenheimförderung konjunkturneutral einpökelt.

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