Meinung : Kein schneller Bund

DEBATTE ZUR ZWANGSEHE

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Die Bündnisgrünen beweisen Mut. Auch auf die Gefahr hin, den deutschen Stammtischen neuen ausländerfeindlichen Gesprächsstoff zu liefern, haben sie sich entschlossen, gegen die unter Migranten verbreiteten Zwangsehen vorzugehen. Damit können sie zwar nicht mehr den tausenden Frauen helfen, die bereits in erzwungenen Ehen leben. Aber der Vorstoß trägt vielleicht dazu bei, dass es künftiger weniger derartige Schicksale geben wird. Vielleicht. Noch deutet manches darauf hin, dass das Ganze ein Gutmenschenvorstoß bleibt, der verhallt. Denn welches türkische oder arabische Familienoberhaupt lässt sich davon beeindrucken, dass die Grünen zur „Ächtung“ der Zwangsheirat aufrufen? Da muss schon mehr passieren als ein bloßer Appell. Wer ernsthaft gegen Zwangsehen vorgehen will, muss nach den Ursachen fragen und landet schnell beim Thema Einwanderung. Denn noch immer dienen Zwangsehen dazu, Verwandte oder zahlungskräftige Landsleute über die deutsche Grenze zu holen. Die Dänen haben das Nachzugsalter für Ehegatten extrem hochgesetzt, um dieser Heiratspolitik die Attraktivität zu nehmen. Aber damit ist das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Die deutsche Integrationsbeauftragte, auch eine Grüne, warnt zu Recht vor gesetzgeberischen Schnellschüssen. Das darf aber nicht bedeuten, dass sie das Thema weiter „Terre des femmes“ überlässt. sve

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