Meinung : Keine Zeit zu verlieren

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Die Politik freut sich. Es sei gut, dass die Bekanntgabe der Sparpläne von Airbus aufgeschoben wurde. Das Gegenteil ist der Fall. Seit Monaten sind die Arbeitnehmer des europäischen Flugzeugbauers im Ungewissen über ihre Zukunft. Wenn sich ein sanierungsbedürftiger Konzern dem Druck der Politik beugt, die Arbeitsplätze und Standorte sichern will, hat das mit betriebswirtschaftlichem Denken wenig zu tun. Das aber braucht der Konzern, um im Wettkampf mit dem Erzrivalen Boeing zu bestehen: die unternehmerische Freiheit, Weichen für die Zukunft stellen zu dürfen. Auch, um Managementfehler der Vergangenheit gerade zu biegen. So hart die Umstrukturierung für manche ausfallen mag: Es führt langfristig kein Weg daran vorbei. Das zeigt das Beispiel Boeing. Der US-Flugzeugbauer ist nur erfolgreich, weil er den schweren Sanierungsweg gegangen ist. Der mittelbare Einstieg von Bund und Ländern beim Airbus-Mutterkonzern EADS ist dabei jedoch kontraproduktiv. Dass Frankreich und Spanien nachziehen wollen, bremst weiter. Und mit jedem Tag, der ungenutzt vergeht, wird Boeing stärker. jul

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