Kinder als Drogendealer : Schlechte Paten

Es ist kaum ein Jahr her, da wurde der Senat aufgefordert sich für eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters auf zwölf Jahre einzusetzen. Doch den Jungen in diesen Milieus fehlt weniger Strafe denn Zuwendung und Fürsorge.

Daniel Wiechmann

Vor fast genau einem Jahr griff die Polizei einen zwölfjährigen Jungen auf, der in Berlin als Drogenkurier unterwegs war. CDU-Chef Frank Henkel forderte, der Senat möge sich im Bundesrat für eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters auf zwölf Jahre einsetzen. Wäre der Senat ihm gefolgt und hätte sich durchgesetzt, wäre jetzt die nächste Initiative fällig. Innerhalb weniger Tage wurde ein vorgeblich Elfjähriger zum dritten Mal beim Handel mit harten Drogen in der U-Bahn erwischt. Das genaue Alter des Jungen ist unklar, denn er ist als Flüchtlingskind aus dem Südlibanon eingereist und seine Papiere sind verschwunden. Aber es ist anzunehmen, dass selbst eine vorausschauende Absenkung der Strafmündigkeit auf zehn Jahre wenig Wirkung zeigt, wenn demnächst der erste achtjährige Dealer gefasst wird. Was einem Jungen fehlt, der mit Drogendeals mehrere tausend Euro Tagesumsatz und die Anerkennung seiner kriminellen Paten verdient, ist weniger Strafe als Zuwendung und Fürsorge. Deutschland sollte Flüchtlingskindern mehr bieten können als eine Verbrecherfamilie. Verschärft bestraft gehören Süchtige, die Rauschgift bei Kindern kaufen. wie

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