Meinung : Klimaschutz: Einfacher Trick, schwierig gerechnet

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George W. Bush entdeckt den Klimaschutz. Der US-Präsident will den Ausstoß von Treibhausgasen an das amerikanische Wirtschaftswachstum koppeln. Der Kohlendioxid-Ausstoß soll angeblich bis 2012 um 18 Prozent sinken. Diese 18 Prozent beziehen sich jedoch nicht auf den gesamten CO2

Ausstoß der USA. Statt 183 Tonnen CO2

pro einer Million Dollar des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sollen in zehn Jahren nur noch 151 Tonnen pro einer Million Dollar des BIP emittiert werden. Im gleichen Zeitraum soll das BIP allerdings um 38 Prozent wachsen. Die kompliziert anmutende Klima-Rechnung funktioniert wie ein Nebelwerfer. Sie tarnt eine weitere Erhöhung der Kohlendioxid-Emissionen in den kommenden zehn Jahren um 14 Prozent als Beitrag zum globalen Klimaschutz. Das ist exakt dieselbe Steigerung wie in den vergangenen zehn Jahren. Das Klimaschutz-Programm soll übrigens nur dann in Kraft treten, wenn die US-Wirtschaft tatsächlich wieder wächst. George Bush hatte der Welt einen ernst zu nehmenden Beitrag zur Treibhausgas-Reduktion versprochen, nachdem er den Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll angekündigt hatte. Dieses Versprechen hat der US-Präsident mit diesem Umweltprogramm nicht erfüllt. Im Gegenteil. Er hat einmal mehr bewiesen, dass die USA nicht bereit sind, ihren Teil der Verantwortung für das Weltklima zu übernehmen.

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