Konjunktur : Scheck vor Schreck

Für die von rasant steigenden Preisen gebeutelten Konsumenten wäre eine Finanzspritze vom Staat ein Segen. Trotzdem dürften solche "Schecks für alle" hierzulande auf Skepsis treffen.

Carsten Brönstrup

Wer sollte daran etwas Schlechtes finden? Ein Scheck vom Staat über, sagen wir, 200 Euro außer der Reihe, für jeden Bürger und mit nur einem einzigen Zweck: Die Leute sollen einkaufen gehen und an der Ladenkasse die kränkelnde deutsche Wirtschaft vor der Krise retten. Für die von rasant steigenden Preisen gebeutelten Konsumenten wäre eine solche Finanzspritze ein Segen. Und im faden Berliner Politik-Allerlei, dessen Ideen schon lange niemanden mehr begeistern, wären die Schecks vom Fiskus endlich einmal eine erfrischende Idee. Die Erfahrungen in den USA mit diesem Instrument sind jedenfalls ermutigend – 2001 half es der Regierung Bush, die Wirtschaftsschwäche in den Griff zu bekommen. Trotzdem dürften die Schecks hierzulande auf Skepsis treffen. Zum einen, weil Union und SPD damit eingestehen würden, dass die rücksichtslose Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang 2007 eben doch gravierendere Spätfolgen hat, als man bisher zugeben wollte. Zum anderen, weil die Regierung ihr Pulver trocken halten muss für den Fall, dass es mit der Konjunktur beschleunigt bergab gehen sollte. Trotz des Rückgangs der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal ist in Deutschland keine tief greifende Rezession zu erwarten, allenfalls ein paar Monate Stagnation. Es muss noch viel schlimmer kommen, bevor die Stunde des Staats schlägt. brö

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