Meinung : Kopf hoch, Deutschland!

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Ganz überraschend wollen wir Deutschen ja nun alle EliteUniversitäten, und zwar haufenweise. Die Sache ist nur die, dass sie praktisch nichts kosten dürfen und vermutlich – wegen der Chancengleichheit – auch totalen Volldeppen offen stehen müssen. Im Lichte dieser Vorgaben sind ordentliche Elite-Unis schwer zu finden, kein Wunder, dass Bildungsministerin Bulmahn ihr Heil in einem Wettbewerb sucht, jener Lebensform also, die in Deutschland allemal den kleinsten gemeinsamen Nenner hervorbringt, den aber auf höchstem Niveau. „Deutschland sucht seine Spitzenuniversitäten“ heißt das Ganze, aber irgendein Ministerialer scheint da was vermisst zu haben. Wie klingt denn das? wird er gefragt haben, da muss was vornweg stehen, auf englisch, wegen der Internationalität! Power College oder McThink oder Come in and find out, Sachen eben, die reinhauen und zehn Meilen gegen den Wind nach Marketing stinken. Die soeben gefundene Lösung erfüllt diese Vorgaben nicht nur, sie ist sogar noch erheblich dussliger: „Brain up“! Niemand kann erklären, warum diese beiden englischen Vokabeln bei der Suche nach deutschen Spitzenunis helfen könnten, aber gerade das scheint ihr Vorzug zu sein. Denn je nachdem, wie alles läuft, werden wir sie mit „Gehirn hoch“ oder „Verstand rauf“ übersetzen, mit „Birne weich“ oder „Rübe ab“. Und wenn das gesamte Projekt in die Grütze geht, lässt sich „Brain up“ vermutlich auch tröstend interpretieren: Kopf hoch, Deutschland!

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