Kosovo und Serbien : Kein zweites Zypern

Wieder hat es auf dem Balkan zwischen der Republik Serbien und Kosovo mit Gewalt ausgetragene Streitigkeiten gegeben. Serbische Jugendliche setzten eine Grenzstation in Brand, ein Mensch starb. Eigentlich sollte die Regierung in Belgrad an den neuen Auseinandersetzungen kein Interesse haben. Im Gegenteil, durch die Auslieferung des letzten, vom Haager Kriegsverbrechertribunal Gesuchten, hat die Staatsspitze das Klima für EU- Beitrittsverhandlungen verbessert. Aber Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo nach wie vor nicht an. Letztlich entspringen dieser Weigerung und den kosovarischen Reaktionen darauf die immer neuen Kämpfe. Die Europäische Union kann daraus nur eine Lehre ziehen: Es darf keinerlei Beitrittsverhandlungen mit Staaten geben, die ungelöste ethnische oder territoriale Konflikte mit ihren Nachbarn haben. Im Falle Zypern hat die EU den unverzeihlichen Fehler gemacht, den griechischen Zyprern den Beitritt zu garantieren, bevor die Volksabstimmung über ein engeres Zusammengehen der beiden getrennten Inselteile stattfand – prompt sagten sie Nein. Deren Streit mit der Türkei ist jetzt einer, der die gesamte EU belastet. So etwas darf sich nicht wiederholen. apz

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