Meinung : Landowsky geht, Steffel kommt: Kein halber Job

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Die Landowsky-Affäre Es war ein schöner Tag für Klaus Landowsky. Das hat er jedenfalls vor Wochen behauptet. Er durfte am Dienstag den Staffelstab an den Parteifreund Frank Steffel weitergeben, den Generationswechsel an der Spitze vollziehen. Landowsky liebte es, in solchen Bildern zu sprechen. Aber Entscheidungen vollzog er immer in Prosa. Machtbewusst taktierend, Mehrheiten organisierend. Mal sehen, wie der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Politik machen wird. Regierungspolitik, an entscheidender Stelle, mit 35 Jahren. Nebenbei will er ein expandierendes mittelständisches Unternehmen weiterführen. Landowsky konnte es sich in seinen besten Zeiten als Fraktionsvorsitzender leisten, nur die großen Linien zu zeichnen und den Rest seinen Meisterschülern in der Fraktionsgeschäftsstelle zu überlassen. Steffel wird es sich nicht leisten können, die eigenen Leute vom Autotelefon aus zu steuern. Jedenfalls nicht in der Anfangszeit, sonst übersteht er sie nicht. Er wird sich ordentlich kümmern müssen um die Berliner Politik, im Kleinen wie im Großen. Von der Opposition nicht, vom Koalitionspartner SPD nicht und - besonders gefährlich - von der eigenen Fraktion und Partei nicht. Steffel könnte es trotzdem schaffen. Er ist führungsstark, angenehm im Umgang, intelligent und nicht auf den Mund gefallen. Der neue Fraktionschef darf nur einen Fehler nicht machen: sich zu überschätzen.

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