Leserbriefe : Buschheuer gefährdet die Selbstregulierung der Presse

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Betrifft: Interview mit dem neuen Chefredakteur des „Berliner Kurier“, HansPeter Buschheuer, vom 29. Juli 2003

Hans-Peter Buschheuer hat mit der Geschichte „Die Klau-Kids von Köln“ mehrfach gegen den Pressekodex verstoßen, wie der Deutsche Presserat feststellte. Leider hatte Buschheuer die Herausgeber des Express in diesem sensiblen Fall vorab nicht informiert, sodass M. DuMont Schauberg die Veröffentlichung nicht verhindern konnte. Der Presserat fügte in seinem Bericht über diesen Fall hinzu, dass durch die Entschuldigung von Alfred Neven DuMont eindrucksvoll bewiesen wurde, wie Selbstregulierung auch innerhalb eines Mediums erfolgreich praktiziert werden kann.

Bedenklich ist, dass Buschheuer diese Geschichte auch heute noch in der gleichen Form wiederholen würde, wie er dem Tagesspiegel mitteilte. Diese Aussage gefährdet die gelebte Praxis der Selbstregulierung der Presse in Deutschland und ruft den Gesetzgeber geradezu auf den Plan. Wenn sich deutsche Chefredakteure nicht mehr an den Pressekodex gebunden fühlen, wird auch der mit Sachverstand besetzte Presserat zur Farce.

Buschheuer behauptet fälschlicherweise, dass der Kölner Zeitungsmarkt von einem einzigen Verleger beherrscht wird. Richtig ist, dass es in Köln vier redaktionell unabhängige Tageszeitungen mit Lokalteilen gibt.

Der Kölner Stadt-Anzeiger und der Express werden von Alfred Neven DuMont herausgegeben, die Bild Köln von Kai Diekmann und die Kölnische Rundschau von Helmut Heinen, Präsident des Bundes Deutscher Zeitungsverleger. Wer sich die jüngst veröffentlichten Reichweiten (MA 2003) dieser vier Titel ansieht, kommt zu folgendem Ergebnis: Die beiden Titel, die in der publizistischen Verantwortung des Verlages M. DuMont Schauberg stehen (Kölner Stadt-Anzeiger und Express), erreichen gemeinsam täglich ca. 471 000 Leser in der Stadt Köln, die beiden anderen Titel (Kölnische Rundschau und Bild) zusammen täglich 98 000 Leser. Angemerkt sei, dass die Bild Köln seit Jahren einen massiven Werbedruck ausübt. Diese Zahlen beweisen, dass die von M. DuMont Schauberg inhaltlich verantworteten Titel nicht so schlecht sein können, wie von Buschheuer suggeriert wird.

Zudem behauptet Buschheuer, er hätte das Redesign des Express gemacht. Fakt ist, dass er sich mehrfach Entwürfe von mir hat absegnen lassen wollen, die zahlreiche qualitative Mängel beinhalteten.

Normalerweise äußern wir uns nicht über ehemalige Mitarbeiter. In diesem Fall blieb uns jedoch nichts anderes übrig.

Konstantin Neven DuMont, Geschäftsführer M. DuMont Schauberg, Köln

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