Leserbriefe : Damals war’s

„Ostdeutsche Seen werden vorerst nicht privatisiert“ vom 12. August

Mit einem Teil des Allgemeingutes zu spekulieren, darf nicht toleriert werden. Es ist nachvollziehbar, dass Bund, Länder und Kommunen Probleme haben, Liegenschaften sinnvoll oder rentabel zu nutzen. Die Lösung kann jedoch nicht sein, diese zu verkaufen. Die einzig akzeptable Vorgehensweise ist, Land beziehungsweise Seen zu verpachten, damit diese weiterhin Allgemeingut bleiben und Spekulationen mit Allgemeingut verhindert werden.

Peter Falk, Falkensee

Es wird immer deutlicher: Wir sind wirklich auf dem Weg zurück ins finsterste Mittelalter. Auf dem Arbeitsmarkt ist die Leibeigenschaft seit einigen Jahren bereits wieder auf dem Vormarsch, wie man an den vielen prekären Arbeitsverhältnissen, bei denen der Verdienst nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, unschwer erkennen kann. Und nun werden die Naherholungsgebiete des Volkes nach und nach privatisiert – auch im Mittelalter durfte man ja nicht so ohne weiteres durch die Wälder streifen und in den Seen angeln. In nicht allzu ferner Zeit werden wir wohl auch beim Reisen einen „Herrn“ um Erlaubnis bitten müssen, weil die Straße, die wir nutzen wollen, ihm gehört. Und damit es der herrschenden Kaste so richtig gut geht, wird dann noch das Ius primae noctis wieder eingeführt. Zum Abschluss noch eine beeindruckende Zahl: Von den Vorstandsvorsitzenden der 100 größten deutschen Unternehmen stammen vier Fünftel aus bürgerlichen Familien. Das heißt, Bürger- und Großbürgerkinder haben in der Wirtschaft eine fast monopolartige Stellung in den Spitzenpositionen.

Mal im Ernst, merkt denn wirklich keiner, auf welchem Weg sich dieses Land befindet?

Der Adel herrscht zwar seit langem nicht mehr in Deutschland, aber eine herrschende Kaste scheinen wir wieder zu haben.

Anke Brunner , Berlin-Friedenau

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