Leserbriefe : Den Sumpf trockenlegen

Zur Berichterstattung über Doping

im Radsport

Hei, der Dopingsumpf im Radsport (nur dort?) soll ausgetrocknet werden! Welche Fügung, welcher Trost, dass sich unsere Gesellschaft wenigstens an den still vor sich hin leidenden, verkannten asthmakranken Helden Jan „Ulle“ Ullrich klammern kann.

Und es wird Zeit, an das Zitat des aus vielerlei berechtigten Gründen zwangsemeritierten ehemaligen hoch dotierten ARD-Angestellten Hagen Boßdorf zu erinnern. Natürlich leicht abgeändert: „Wenn die Telekom sagt, es gibt Doping, dann gibt es Doping.“

Friedrich-Karl Brauns,

Berlin-Frohnau

Worüber regen sich die Menschen dieser Tage eigentlich so auf? Dass im Radsport praktisch alle gedopt sind , das legt der gesunde Menschenverstand nahe. Nun tauchen lange Gesichter auf. Glaubt denn irgendjemand allen Ernstes, dass das es in anderen Sportarten anders aussieht?

Ich tippe mal, dass rund 80 Prozent aller Athleten bei Olympia gedopt sind. Die nehmen zumindest per Ausnahmegenehmigung Medikamente, die ähnliche Effekte hervorrufen. Letztendlich ist es wirklich Allgemeinwissen, dass Doping zum Wettkampfsport gehört wie Nutella aufs Frühstücksbrot.

Olaf Ströhle, Berlin-Kreuzberg

Hoffentlich wird der Dopingsumpf nun zumindest in Deutschland trockengelegt. Eine Chance wie die jetzt, wo der Stein endlich ins Rollen gekommen ist, sollte nicht vertan werden. Lieber ehrlich Zwanzigster werden, als mit Doping eine Olympiamedaille gewinnen!

Markus Methner, Berlin-Köpenick

Der Beginn der Lawine der Doping-Bekenntnisse zeigt, dass im (Rad-)Sport teilweise nur dann Spitzenergebnisse erbracht wurden, wenn man vorher dem Körper auf unnatürliche Weise half.

Bezeichnend ist es für die bisher Geständigen, dass alle darauf hinweisen, „dass wirtschaftliche Aspekte für ihr Handeln maßgebend waren“. Das Geld und die Sicherung ihrer Existenz brachten sie dazu, die Fans mit gefälschten Leistungen zu betrügen. Die jetzige Betroffen- und Ergriffenheit ist offensichtlich eher dem Selbstmitleid geschuldet.

Otto Eigen, Berlin-Kladow

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