Leserbriefe : Der fremde Freund

„Kinder des Zorns“

vom 10. und 11. November

Mit Sorge lese ich ihre Berichte. Gegen die Fakten lässt sich ja nichts sagen (wissenschaftlich erwiesen – da hört jede Diskussion auf).Was mich besorgt, ist, dass wir früher solche Phänomene als Folge von ökonomischen, Schichtunterschieden diskutiert haben. Heute ist es plötzlich eine Frage der Nationalität (türkisch, russisch usw.). Die Frage ist doch, ob die Nationalität wirklich die Ursache ist und nicht vielmehr die gesellschaftliche Position? Ich befürchte, wenn wir versuchen, Jugendgewalt als Nationenproblem zu erklären, dass wir damit das Problem nicht lösen und den Rassismus in diesem Land weiter befördern. Ich bin eine mit einem Türken verheiratete Psychoanalytikerin, behandele auch viele türkische Patienten. Ich beobachte, wie sehr die türkische Mittelschicht unter dieser Berichterstattung leidet (die Unterschicht wahrscheinlich auch!), mein Sohn tatsächlich im Streit auch schon völlig unironisch als Scheißtürke beschimpft wurde. Diese Entwicklung besorgt mich zutiefst.

Dorothea Ohle, Berlin-Dahlem

Wozu bedurfte es für diese Erkenntnis einer umfangreichen Studie? Wer genau hinschaut, dem ist schon längst bekannt, dass in islamischen Familien viel Gewalt vorkommt und dass diese in die Gesellschaft getragen wird. Es ist doch nichts Neues, dass im islamischen Kulturkreis Probleme und Konflikte mit Gewalt und Rohheit „gelöst“ werden. Wir haben diese Wahrheit nur immer verdrängt, weil sie nicht in unser geschöntes Bild passte, in dem alles Fremde nur gut ist und nicht kritisiert werden darf. Die Opfer wurden hingenommen. So konnte sich diese unheilvolle Entwicklung verfestigen. Dies erleben wir nun in einer Gewaltspirale auf der Straße, in Schulen, in Freibädern und beim Fußball. Der Teufelskreis aus fehlendem Interesse an einer friedlichen Integration, an Bildung und Sprache, daraus folgenden geringen Chancen im Berufsleben und Abgleiten in Kriminalität ist immer wieder festzustellen. Diese selbst verschuldete Perspektivlosigkeit wird dann den Deutschen und dem Staat vorgeworfen, und wir lassen dies auch immer wieder zu. Auch die Studie weist wieder auf eine angebliche Stigmatisierung hin. Damit wird der Integrationsverweigerung schon wieder ein passendes Stichwort geliefert. So kann ein friedliches, auf gegenseitigem Respekt beruhendes Zusammenleben natürlich nicht funktionieren. Wo soll das enden ?

Siegfried Köppen, Berlin-Wannsee

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