Leserbriefe : Die Hauptstadt hat’s ja

„Weiter Ungewissheit um Tram

nach Adlershof“ vom 17. Juli

Wenn man die aktuellen Meldungen zu den diversen Nahverkehrsprojekten wie Straßenbahnanschluß Hauptbahnhof, Verlängerung Rosenthal–U-/S-Bf. Wittenau oder Verlängerung Adlershof verfolgt, hat man regelmäßig den Eindruck, Berichte aus dem verkehrspolitischen Tollhaus zu lesen.

Was geht eigentlich in einer Verwaltung vor, die bereits 6,6 Millionen Euro für ein sinnvolles Nahverkehrsprojekt investiert hat und anschließend, wenn es um die konkrete bauliche Umsetzung geht, schulterzuckend abwinkt, obwohl – und nun wird die Sache skandalös – der Straßenbahnbetrieb sogar kostengünstiger wäre als der derzeitige Busbetrieb! Was zum Teufel muß denn nun noch geschehen, um dieses zur Baureife gediehene und genehmigte Projekt endlich zu realisieren?

Sind bereits verbuddelten 6,6 Millionen Euro sozusagen „aus Spaß“ ausgegeben worden? Reicht der Umbau des S-Bahnhofes Adlershof mit Brückenverbreiterung und Verbesserung der Umsteigeverhältnisse für immerhin 37 Millionen Euro noch nicht aus, um nun endlich klare Verkehrsverhältnisse zu schaffen?

Tobt sich hier wieder einmal (zum x-ten Mal!) die rational ohnehin nicht nachvollziehbare Abneigung diverser Berliner Planungsinstanzen gegen die Straßenbahn aus, während gleichzeitig für Straßenbauprojekte aller Art – siehe Ausbau Groß-Berliner Damm für „lächerliche“ 17,9 Millionen Euro – jederzeit und problemlos genug Geld vorhanden ist? Es wäre aufschlußreich, wenn man die tatsächlich Verantwortlichen für diesen verkehrspolitischen Unfug ganz konkret zu den wirklichen Hintergründen ihrer Verweigerungshaltung befragen und vielleicht sogar eine einigermaßen schlüssige Antwort erhalten könnte!

Reinhard Schulz, Köln

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