Leserbriefe : Die Kunst des Bauernopfers

„S-Bahn feuert Leiter der Instandhaltung“ von Klaus Kurpjuweit vom 7. August

S-Bahn-Chef Buchner sieht offenbar das noch andauernde Sicherheitsdesaster als Naturereignis an. Die Drohgebärden der Mitarbeitervertretung seien absolut unverantwortlich. Absolut unverantwortlich sind die Nachlässigkeiten bei der Verkehrssicherheit der S-Bahn-Fahrzeuge und der Umfang der Betriebseinschränkungen. Die Verantwortung dafür trägt die Leitung der S-Bahn, auch wenn es jetzt schon die Vorgänger waren.

Bei den Budgetgesprächen sollte dem Bahn-Vorstand und dem Bahn-Aufsichtsrat aufgefallen sein, dass die S-Bahn Berlin für 2010 fast zehn Prozent des DB-Konzern-Jahresergebnisses (2008: 1 321 Millionen) beisteuern sollte. Für eine relativ kleine Organisationseinheit innerhalb des DB-Konzerns, wie die S-Bahn Berlin, kann das nur eine ruinöse Sparmaßnahme sein. Keiner hat''s gesehen, keiner hat’s gemerkt, und der S-Bahn-Chef beschimpft die Mitarbeiter!

Falls Herr Buchner zukünftig noch Leistungen von seinen Mitarbeitern erwartet, so sollte er vordringlich innerhalb der DB-Organisation die dort herrschenden Vorstellungen wieder näher an die Wirklichkeit heranführen. Dabei gilt es, notwendige und bestehende Stellen verlässlich zu besetzen. Hier fährt nicht Herrn Mehdorns Modelleisenbahn sondern ein wichtiger Regional-Verkehrsträger. Nebenbei: Märklin empfiehlt: Schmierung nach etwa 40 Betriebsstunden. Das ist regelmäßige Wartung bereits im Kleinen!

Hartmut Pernotzky, Berlin-Moabit

Das nächste Bauernopfer muss gehen. Nachdem die Deutsche Bahn die S-Bahn rücksichtslos ausgesaugt hat, wurde wieder ein „Schuldiger“ in Berlin gefunden. Dem Leiter der Fahrzeuginstandhaltung fällt jetzt auf die Füße, was die Konzernleitung ihm auferlegt hatte – verkehrte Welt! Wenn man diese Vorgehenswiese betrachtet, kann man den noch verbliebenen Beschäftigten bei der S-Bahn nur dringend raten, jetzt ihre Zukunft zu sichern. Dass die Konzernleitung die Schuld für die schlimme Entwicklung bei der S-Bahn nicht bei sich sucht, hat sie ja schließlich leider mehrfach bewiesen.

Andreas Kube, Berlin-Kladow

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