Leserbriefe : Dienstwagen abschaffen

„BVG erwägt Verzicht auf zwei U-Bahn-

Linien“ von Klaus Kurpjuweit vom 19. Juli

Typisch BVG. Um sich Investitionen zu sparen denkt man lieber mal laut darüber nach, die U3 und U4 stillzulegen. Eine wirklich fantasielose Alternative zum Nachdenken, wie man das Angebot verbessern könnte, um Fahrgastzahlen zu steigern. (z. B. U4 über den Nollendorfplatz über Bestandstrecken verlängern; oder U3 ausbauen bis Mexikoplatz). Bei Äußerungen von BVG-Entscheidungsträgern hat man immer das Gefühl, die kennen ihr eigenes Produkt nicht. Vielleicht wäre regelmäßige U-Bahn-, Tram- und Busbenutzung förderlicher, als sich im Dienstwagen verkriechen.

Thomas Port, Berlin-Schöneberg

Dass die U3 wenig Fahrgäste haben soll, wirkt angesichts der ständig überfüllten Züge während der Vorlesungszeit geradezu grotesk. Vor dem Hintergrund der im Vergleich mit anderen Großstädten hohen Gebühren für das für alle Studierenden verbindliche Semesterticket wirken die Überlegungen schlicht unverschämt. Die U4 hingegen ist wohl die ökonomischste Linie Berlins. Die historischen Bahnhöfe, die wie die Station „Rathaus Schöneberg“ im Rudolph-Wilde-Park darüber hinaus von hohem ästhetischen Reiz sind, werden ja schon heute mit lediglich zwei pendelnden Zügen angefahren.

Einstellen könnte man hingegen sofort – noch vor der Eröffnung – die U55. Dies geschah ja bereits einmal: zur Fußball-WM 2006. Vermisst hat sie keiner.

Bjoern Wilck, Berlin-Mitte

Müssen wir jetzt dankbar sein, dass uns die U1 und U2 erhalten bleiben sollen? Am Besten werden gleich U-Bahn und S-Bahn abgeschafft und für die Monatskarten bekommt man eine Abwrackprämie, um ein Auto zu kaufen. Zumindest die Autoindustrie würde Herrn Sturmowski dankbar sein.

Beate Kusterka, Berlin-Wilmersdorf

In einem Moment, da der Zusammenbruch der S-Bahn als Folge von Gier und Inkompetenz droht, denkt der BVG-Chef öffentlich über die Schließung von zwei U-Bahn-Strecken nach. Selbst wenn man dies als taktisches Manöver zur Beschaffung von weiteren Finanzen wertet: Die Aufgabe des Herrn Sturmowski sollte sein, für eine Zukunftssicherung und Steigerung der Attraktivität seines Unternehmens zu werben.

Ludger Pesch, Berlin-Zehlendorf

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