Leserbriefe : Diktatoren entmachtet man nicht mit Diplomatie

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Betrifft: Die Mehrheit der Deutschen ist gegen einen IrakKrieg

Die Haltung der Mehrheit von uns Deutschen zu Saddam Hussein ist schon mehr als erstaunlich. Die Enkel der Generation, die zunächst Hitler an die Macht und damit ein unendliches Leid über die Menschheit gebracht haben, sollten eigentlich wissen, dass verbrecherische Diktatoren nicht von innen und schon gar nicht durch diplomatische Verhandlungen entmachtet werden können.

Wie viel Leid wäre verhindert worden, wenn 1934/35 die Weltmacht USA mit einem resoluten Präsidenten an der Seite von Großbritannien an Stelle der schwachen Regierungen der Entente der deutschen Reichsregierung gegenübergestanden hätten.

Und heute? Die Regierung verdummt das Volk mit billigen Wahlkampfparolen und die Opposition eiert um das Thema herum und wagt es nicht, an die Vergangenheit zu erinnern, obwohl die Parallelen so offensichtlich auf der Hand liegen: Hintergehung der Rüstungsvereinbarungen, Besetzung der Tschechoslowakei/Kuwait, der Propaganda-Mechanismus – es lässt sich fortsetzen.

Als besonders makaber muss Amerika die Beschimpfung durch die deutsche Regierung noch nicht einmal 60 Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges empfinden. Die amerikanische Politik hat nichts mit Hegemoniestreben oder Großmannssucht zu tun, die USA haben nur ein besseres Gedächtnis.

Andreas Heider, Berlin-Zehlendorf

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