Leserbriefe : Essen ist für Kinder wichtig …

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„Immer weniger Kinder essen

in den Ganztagsschulen“ vom 15. Mai

„Die Bildungsverwaltung bezweifelt die Angaben und begründet dies mit abweichenden Ergebnissen bei einer eigenen Erhebung …“ Das versetzt mich nicht in Erstaunen, schließlich will die Schulverwaltung sich ja nicht selbst ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Glaubhafter als die Statistik des Senats erscheinen die Aussagen der Schulleiter, die von Problemen berichten. Die sehen schließlich, was sich vor ihren Augen abspielt.

Die Schulverwaltung wäre gut beraten, die offensichtlich vorhandenen Probleme in Bezug auf die Schulspeisung endlich zur Kenntnis zu nehmen und zu lösen. Das Sichherausreden bringt keinen weiter – vor allem hilft es den Kindern nicht!

Anke Brunner, Berlin-Friedrichshain

Mit Interesse verfolge ich die Diskussion um die Schulspeisung. Es ist traurig, dass so viele Kinder über so viele Stunden des Tages nichts zu essen bekommen. Wie sollen sie da aufnahmefähig sein? Wir sind so ein reiches Land, beklagen uns, dass zu wenig Kinder geboren werden und die Altersrente nicht gesichert ist. Warum wird keine kostenlose Mahlzeit für alle Kinder angeboten? Ich bin Jahrgang 1942, nach dem Krieg war die Schulmahlzeit (kostenlos für jedes Kind) oft die einzige Mahlzeit am Tag.

Waren wir denn nach dem Krieg ein reicheres Land als heute?

Margot Davids, Berlin-Gatow

Hätte die Autorin doch einmal auf die Teller der Kinder beim Schulessen geschaut! Mein immer hungriger und nicht mäkeliger Sohn hat während seiner Grundschulzeit die Lust auf ein gemeinsames warmes Mittagessen mit seinen Mitschülern vollends verloren, nachdem er jahrelang lustlos aufgetischte, im Vectomat lauwarm aufgewärmte Mahlzeiten zu sich nehmen musste. Dazu wurde in der Regel statt Mineralwasser („zu teuer“) Kräutertee als Getränk gereicht. Da die Kinder das Essen nicht mochten, verteilte die Hort-Erzieherin danach Süßigkeiten und Chips, um den Hunger zu stillen.

Sollen wir Eltern diese Art der Sättigung auch noch finanziell unterstützen?

Heike Schwarz, Berlin-Kreuzberg

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