Leserbriefe : Guter Bürger – böser Proll

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Betr.: „Wilde Mischung“ vom 5. Mai 2003

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ ruft der kulturvolle Martenstein seinem Kind zu und schickt es gerade deshalb auf ein grundständiges Gymnasium. Das ist ideologischer Klassenkampf pur. Martenstein steht für ein verängstigtes Bürgertum, das die Infizierung seiner Kinder mit dem Proletariat fürchtet. Die Schulforschung kann Martenstein und seine Freunde beruhigen: Das Bürgertum, ob in Schweden oder in Deutschland, wird das kulturelle Kapital innerhalb der Familie schon recht an den Nachwuchs weitergeben. Emotionale Stabilität und Wärme in der Familie vorausgesetzt. Das manichäische Weltbild von gutem Bürger und bösem Proll ist aber sicher nicht die Grundlage für ein zukunftsfähiges Schulwesen.

Ulf PreussLausitz, Berlin-Charlottenburg

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