Leserbriefe : Herdprämie = Spiritusgeld

„Der Familie misstrauen“

von Alexander Gauland vom 13. August

Herzlichen Glückwunsch zu diesem treffenden Kommentar. Es ist doch ungeheuerlich, dass der Staat lieber Milliarden in die außerhäusliche Betreuung investieren will, als mit sehr viel geringerem Aufwand die Mütter und Väter selbst dafür zu bezahlen, wenn sie es tun. Sie können es besser. Es wäre preisgünstiger, gerechter und würde der künftigen Generation gut tun. Aber Argumente scheinen bei der derzeitigen Familienministerin nicht zu zählen.

Hartmut Steeb, Stuttgart

Die Ausführungen von Herrn Gauland zeigen wieder einmal deutlich: Die christlichen Kirchen haben es immer noch nicht begriffen, dass Tradition kein mehr als 2000 Jahre altes verstaubtes „Sofa“ ist, sondern ein „Sprungbrett“ sein muss. Auch wenn für christliche Politiker ein „christliches Menschenbild“ wünschenswert sein mag, so geht dies doch an der normativen Kraft des Faktischen vorbei.

Politiker verstehen es meisterhaft, mit Schlagworten wie „Herdprämie“ Politik zu machen. Auch das streng katholische Polen gewährt „Herdprämien“, die in zu vielen Fällen nicht den Kindern zugute kommen, sondern für die Beschaffung von Rauchwaren und Alkohol ausgegeben werden. Deswegen bezeichnen die Polen die „Herdprämie“ zutreffend als „Spiritusgeld“. Wenn man Kinder gezielt fördern will, dann muss man dafür Sorge tragen, dass den Eltern keine Mittel zur freien Verfügung überlassen werden, sondern die Subventionen in Form von Sach- und Dienstleistungen für die Betreuung der Kinder erbracht werden.

Frau von der Leyen scheint dies erkannt zu haben. Sie fühlt sich vorrangig der – nicht nur christlichen – Nächstenliebe von Kindern verpflichtet. Es ist geradezu infam, wenn Herr Gauland die CDU vor ihr schützen will.

Prof. Peter Feitsch, Berlin-Mitte

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